ANEXIA Development and Managed Hosting
APR
21
2017

Admir Karadza: Freigeist, der seinen Platz gefunden hat

Geschrieben am 21. April 2017 von Lucia Schöpfer

Ist ein Studium noch Muss für eine Führungsposition? Wir finden nicht. Ist es nicht gewinnbringender, leitende Posten zu besetzen mit Menschen, die über das Fachwissen hinaus vielseitig interessiert sind, die internationale Erfahrung mitbringen und die den Mumm haben, selbst mitzudenken und ihre Ideen einzubringen? So jemand ist Admir Karadza: Er ist Head of Platform Solutions bei Anexia und Pionier der Anexia Engine, der die märchenhafte Geschichte vom Flüchtling zum Abteilungsleiter schreibt und beweist, dass dieser Weg nicht nur durch Brav-Sein, Schweigen und Arbeiten im Rahmen erreicht werden kann.

Die wollen wir bei Anexia alle haben: die Kreativen, die Freigeister, die Paradiesvögel mit Leidenschaft. Damit diese ihr volles Potential entfalten können und bei uns bleiben, braucht es viel Flexibilität und offene Formen im Unternehmen. Das liefern wir gerne, weil wir überzeugt sind, dass die besten Ideen entstehen, wenn man den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Platz zum Entfalten gibt. Auch wenn das bedeutet, den einen für acht Monate ziehen zu lassen oder wenn eine Stelle neu zu schaffen ist, damit Platz für das entsteht, was er oder sie am besten kann. So lief es für Admir bei Anexia. Und es hat sich gelohnt. So einen klasse Entwickler mit Esprit, Durchhaltevermögen und Zukunftsblick findet man nur selten.

Auch das meinen wir mit #joinourrevolution: Arbeit muss 2017 flexibel und offen gestaltbar sein, damit die Guten, die Kreativen kommen. Wir zeigen auf, wie moderne Arbeitsplätze und Stellen gestaltet werden können. Admir erzählt uns, wie das in seinem Falle aussieht.

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Admir, erzähl uns was du bei Anexia machst.
Ich bin jetzt seit sieben ein halb Jahren bei der Anexia. Ich habe in der Individualentwicklung in Klagenfurt angefangen und bei Kundenprojekten in verschiedensten Bereichen mitgearbeitet. Dadurch das ich dann schon etwas länger dabei war und mich gewissermaßen bewähren konnte, hat sich das dann immer mehr in den internen Bereich verlagert – sprich: diverse Software-Lösungen, für die wir als wachsendes IT-Unternehmen selbst zunehmend Bedarf hatten. Das hat mit der Zeit dann natürlich an Umfang zugenommen und so wurde daraus eine eigene Abteilung: Platform Solutions.

Platform Solutions: Kannst du erklären, was man genau sich darunter vorstellen kann?
Es ist etwas speziell (lacht). Also es gehört nicht unbedingt zu den Abteilungen, die in jedem größeren IT-Unternehmen anzufinden sind. Das macht es aber umso spannender. In erster Linie sind wir Software-Entwickler, allerdings sehr stark spezialisiert. Bei uns geht es um gesamtheitliche Lösungen im Bereich IT-/Cloud-Services, Automatisierung, Verwaltungslösungen jedweder Art, Gateways, Verarbeitung und Analyse großer Datenmengen , also um Big Data, und selbstverständlich auch um Sicherheit. Trotz dieser sehr technischen Ausrichtung stehen dabei die Anwender stark im Fokus – schließlich geht es ja um gesamtheitliche Lösungen und eine solche muss natürlich auch leicht verständlich und intuitiv bedienbar sein.

Wir wissen jetzt schon ein bisschen, was du machst. Magst du erzählen, wie du das geworden bist, was du jetzt machst? Hast du studiert?
Ich habe Software & Information Engineering an der TU Wien studiert. Das habe ich aber letztendlich nicht abgeschlossen: klassischer Job-out. Anexia war da hauptschuldig (lacht). Ich war nach der langen Ausbildungszeit einfach schon hungrig und wollte endlich im vollen Ausmaß loslegen. Ich habe drei Jahre studiert und es hat auch alles gepasst, aber ich bin dann irgendwann drauf gekommen, dass ich mein persönliches Ziel bereits erreicht hatte.

Du hast immer während deinem Studium gearbeitet?
Ja, von Anfang an und auch schon davor. Ich habe es aber nicht so sehr als Arbeit empfunden; vielmehr hat es mich gefreut, dass ich mich endlich mal etwas austoben konnte und das angeeignete Wissen anwenden darf. Vermutlich hatte ich da Glück, aber ich hatte bei meinen Jobs von Anfang an viel Gestaltungsfreiraum.

Kein Studienabschluss ist bei Anexia keine Ausnahme. Hier arbeiten viele, die keine Uni-Karriere hinter sich haben: Nicht-Akademiker, Studienabbrecher und Quereinsteiger.
Ja, ein Studium ist kein zwingendes Einstellungskriterium. Man muss aber natürlich schon tiefergehend mit der Informatik in Berührung gekommen sein. Letztendlich wird jeder danach beurteilt, was er am Ende des Tages leistet. Auch ist in der IT alles bei weitem nicht so streng reglementiert wie in anderen Bereichen. Man kann sich sehr viel selber beibringen und man kann sehr viel von anderen lernen – das Internet ist ein weit geöffnetes Buch, welches zumindest in unseren Breitengraden für jeden zugänglich ist. Davon profitieren die jüngeren Generationen natürlich. Und ich empfinde das grundsätzlich als positiv. Wichtig sind vor allem ein gesundes Maß an Selbstdisziplin, grundsätzliches Talent und das man motiviert ist – der Rest ist dann höchstens eine Frage der Zeit.

Warst du ein guter Schüler und ein guter Student?
Teils, teils. In meinen jüngeren Jahren war ich ein sehr braver Schüler. Mit 14 Jahren bin ich dann in den Genuss eines 56K-Modems in Kombination mit einer Internet-Flatrate gekommen. Ab da war es vorbei mit guten Noten (lacht).

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Du bist der erste Anexianer in Wien gewesen. Bist du echter Wiener oder Exil-Kärntner?
Weder noch. Ursprünglich bin ich aus Bosnien und erst mit acht Jahren nach Österreich gekommen. Ich bin dann im ländlichen Salzburg unweit der Stadt aufgewachsen. Nach Wien hat es mich zum Studieren verschlagen. Das mit der Anexia ist ein andere Geschichte.

Erzähl!
Ein ehemaliger Schulkollege, der selbst auch eher zufällig bei Anexia gelandet ist, hatte mich angerufen und gemeint, dass Anexia dringend Software-Entwickler sucht. Ich habe zu diesem Zeitpunkt schon seit über drei Jahren in Wien gewohnt, aber es hat in dem Moment gut reingepasst und ich habe ohnehin einen Tapetenwechsel gebraucht. Die Woche darauf saß ich im Zug Richtung Klagenfurt, für ein kurzfristiges Bewerbungsgespräch. Am darauffolgenden Montag habe ich meinen Arbeitsplatz eingerichtet. Mein WG-Zimmer konnte ich für ein halbes Jahr vermieten. Der Plan: ein Semester aussetzen und arbeiten und dann das Studium abschließen. Siebeneinhalb Jahre später muss man feststellen, dass der Plan nicht ganz aufgegangen ist. (lacht) Ich bin zwar nach eineinhalb Jahren wieder zurück nach Wien, das Studium war dann aber kein Thema mehr.

Wenn wir schon übers Hin- und Herziehen sprechen: Du bist auch gerne auf reisen, 2013 warst du sogar auf Weltreise und hast darüber gebloggt. Wie kam es dazu und wie hast du das untergebracht?
Das war schon seit jungen Jahren ein Wunsch von mir und ich bin schon davor bei jeder Gelegenheit gereist, allerdings in wesentlich kleinerem Umfang. Ich bin sehr neugierig und am Weltgeschehen interessiert – es gab so viel, das ich unbedingt mit eigenen Augen gesehen haben und selbst erleben wollte. Eigentlich wollte ich schon früher während dem Studium los, aber für eine wirklich ausgedehnte Reise hat es da finanziell noch nicht gereicht. Als ich schon ein paar Jahre gearbeitet habe, hat es finanziell besser ausgesehen, aber dann ist die mangelnde Zeit ein Problem. Aber es half nichts: ich wollte das unbedingt machen. Als das Ende eines größeren Projekts abzusehen war, habe ich Alex (CEO Alexander Windbichler, Anm.) davon erzählt. Er war zwar nicht begeistert, hat aber zum Glück Verständnis gezeigt und mir angeboten, nach der Reise wieder bei Anexia zu arbeiten. Der Rest ist Geschichte. (lacht) Es war aber definitiv eine ganz besondere Phase meines Lebens, in der ich viel gesehen, erlebt und gelernt habe.

Was hältst du dann vom Konzept des Sabbatical?  War es vielleicht auch deine Motivation, eine Pause einzulegen um dann wieder mehr Inspiration mit in die Arbeit zu nehmen?
Meine primäre Motivation war jetzt nicht eine Auszeit per se. Ich weiß nicht, ob ich das beurteilen kann. Ich war einfach ein sehr neugieriger Mensch: Reisen, andere Länder und Kulturen, aber auch das politische Weltgeschehen interessierten mich. Es war nicht der Wunsch nach einer Arbeitspause, sondern der Wunsch, meinen persönlichen Traum zu erfüllen. Es freut mich, dass ich das in jungen Jahren und nicht erst in der Pension machen konnte. So kann ich die Erfahrungen, die ich gemacht haben, mein ganzes Leben lang nutzen.
Zu deiner Frage: Nach so einer langen Arbeitspause ist es nicht ganz so einfach, wieder in den Arbeitsrhythmus zu finden, so zumindest meine Erfahrung. Dazu kommt, dass die IT sehr schnelllebig ist, man muss schon erst ein bisschen was aufarbeiten. Letztendlich muss das jeder für sich selbst entscheiden.

Ich arbeite gerne, weil ich hier bei Anexia genau meinen Platz gefunden habe. Ich bin ein Freigeist, und hier habe ich die Möglichkeit bekommen, eigene Ideen in Projekte einzubringen.

Warum magst du deine Arbeit so gerne?
Ich glaube, ich habe bei Anexia einfach meinen Platz gefunden. Es ist zwar intensiv und oft fordernd, aber im Grunde mache ich das alles sehr gerne. Ich habe hier die Möglichkeit eigene Ideen einzubringen, mitzugestalten und das ist mir sehr wichtig – ich muss mich identifizieren können, mit dem, was ich mache.

Was motiviert dich?
Ich denke, neben vielen Alltagsfeinheiten und der Arbeit im Team ist es vor allem der Glaube daran, im stark umkämpften IT-Markt tatsächlich noch Akzente setzen zu können. Und ich bin überzeugt davon, dass wir mit der Anexia Engine (Anexia Cloud Management Plattform, Anm.) auf einem sehr guten Weg dazu sind – das positive Feedback in diesem Zusammenhang motiviert natürlich nochmal zusätzlich.

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Glaubst du, Anexia ist ein Arbeitgeber, bei dem jedes Individuum mit seinen Talenten den Platz findet, den es braucht?
Zumindest bei mir war das so. Ein bisschen habe ich mir meine aktuelle Stelle selbst zusammengezimmert. Auch wenn das jetzt komisch klingt aus meinem Mund, weil ich eher bekannt dafür bin, ruhig zu sein: Wer laut genug schreit, auf den wird auch eingegangen. Wenn man darauf aufmerksam macht, dass man gerne in andere Bereiche rein möchte, dann ist das bei der Anexia durchaus möglich. Voraussetzung ist natürlich, dass man sich erst in dem aktuellen Bereich behauptet und gute Arbeit liefert.

Was erwartest du dir von deinen Mitarbeitern?
In erster Linie sind es Fachwissen und Erfahrung, die zählen. Aber klar geht es, wie in allen anderen Bereichen, auch um allgemeines Wissen und um soziale Kompetenzen. Empathie und das Verständnis für Menschen sind für die Teamarbeit wichtig. Und ich muss erwähnen: die Zusammenarbeit funktioniert bei uns besonders gut. Ein motiviertes, harmonisierendes Team ist das Um und Auf – damit kann ein Projekt stehen und fallen.

Wichtig sind vor allem ein gesundes Maß an Selbstdisziplin, grundsätzliches Talent und das man motiviert ist – der Rest ist dann höchstens eine Frage der Zeit.

Du hast ein sehr internationales Team. War das eine bewusste Entscheidung?
Nein, das hat sich so ergeben. Ich bin selbst kein gebürtiger Österreicher, vielleicht habe ich daher weniger Berührungsängste, aber da mag ich niemanden etwas vorwerfen. Jeder meiner Mitarbeiter hat allein mit seinen Qualifikationen überzeugt.

Wir kommen auch schon zur letzten Frage. Wenn jemand nun meint: Platform Solutions, das will ich machen. Was ist der passende Werdegang?
Man braucht natürlich eine technisch fundierte Ausbildung. Wenn man kein Studium abgeschlossen hat, sollte man zumindest eine HTL besucht haben. Die Basics müssen sitzen. Darüber hinaus braucht man ein Faible fürs Programmieren – man muss es wirklich gerne machen und die Bereitschaft mitbringen, sich laufend weiterzuentwickeln. Das liest man heute in jeder Stellenausschreibung, aber ich meine das ernst. In vielen Bereichen kommt man mit einem gewissen Wissensstand sehr gut und lange über die Runden, nicht so bei uns. Man muss Leidenschaft mitbringen. Es geht bei uns nicht darum, stupide nach Muster zu programmieren, sondern wirklich darüber hinaus sowohl technischen Tiefgang als auch Innovation zu beweisen. Wir sind Early Adopters – eine spezifische Ausbildung gibt es dafür nicht.


Programmierung und Softwarearchitektur fernab vom routinierten Arbeiten nach Vorgabe; das kannst du auch? Du bringst Kreativität und ein Gespür für die Zukunft mit und möchtest diese mitgestalten? Dann werde Teil der Anexia-Familie und #joinourrevolution!


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