ANEXIA Development and Managed Hosting
APR
14
2017

Anexia Engine im Fokus. Die Cloud-Management-Plattform aus Österreich

Geschrieben am 14. April 2017 von Lucia Schöpfer

An dieser Stelle wollen wir uns in den nächsten Monaten Platz nehmen, die Cloud-Management-Plattform von Anexia, die Anexia Engine, vorzustellen. Alles, was es rund um die Engine zu wissen gibt, darf ich euch erklären: Admir Karadza, Head of Platform Solutions und Engine-Entwickler der ersten Stunde.

In diesem ersten Artikel stelle ich die Anexia Engine selbst – als tragende Plattform – vor, während ich in Folgeartikeln auf einzelne Module und Services näher eingehen werde. Warum musste gerade Anexia auf die Idee kommen, eine Cloud-Management-Plattform zu entwickeln und welche Schritte haben wir dabei durchlaufen? Hier gibt’s die Antworten.

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Anexia Engine – Der Stoff aus dem die Wolken sind

Anexia konzentriert sich im Wesentlichen auf zwei Geschäftsfelder der IT – Individuelle Softwareentwicklung und Managed Hosting. Synergien können oftmals genutzt werden, grundsätzlich haben sich die beiden Bereiche aber unabhängig voneinander entwickelt. Mit der Zeit wurde uns jedoch klar, dass ein wesentlich größerer Mehrwert geschaffen werden kann, wenn man die beiden Disziplinen verbindet. Die Anexia Engine ist das Ergebnis. Sie fungiert ─ vereinfacht ausgedrückt – als unser Betriebssystem für diverse IT-Lösungen.

Eine ausgeklügelte Software sorgt dafür, die oft komplexen Prozesse rund um diverse IT-Services zu automatisieren, soweit wie möglich zu vereinfachen und damit die Verwaltung von IT Services auch für technische Laien ohne Fachwissen zugänglich zu machen. Dabei muss die Entscheidung zum Selbstmanagement nicht endgültig sein: Für den Fall der Fälle kann man jederzeit unseren Support konsultieren bzw. das Ganze weiterhin auch als gemanagte Lösung genießen. Und natürlich profitieren auch Profis mit entsprechendem Fachwissen: mit der Anexia Engine werden Prozesse beschleunigt ohne die Möglichkeiten der jeweiligen Lösung einzuschränken.

Wie ist die Anexia Engine aufgebaut?

Die Anexia Engine besteht aus einem zentralen Kern, dem Engine Core, und beliebigen Lösungen, die in Form von Modulen umgesetzt sind. Der Engine Core beinhaltet Basis-Funktionalitäten und übernimmt die übergeordneten Aufgaben: Benutzer , Berechtigungen, Verrechnung etc. Der Fokus bei den Modulen liegt bei den eigentlichen Anwendungen ─ und diese sind mittlerweile sehr vielfältig. Diese beiden Ebenen sind streng voneinander getrennt und kommunizieren kontrolliert über interne APIs. Die Engine bietet dabei z.B. Subsysteme für Prozess- und Event-Verarbeitung, Cronjob-Management uvm. Die Module sind nach einem vordefinierten Standard aufgebaut, so lässt sich Wartung und Instandhaltung längerfristig einfach bewerkstelligen.

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Die Geschichte der Anexia Engine

Um besser zeigen zu können, warum die Anexia Engine heute so aussieht wie sie aussieht, möchte ich an dieser Stelle kurz erzählen, was es mit der Entstehung und dem Verlauf des Projekts auf sich hat.

Die ersten Schritte – Anexia Customer Panel

2014 haben wir den Spatenstich gesetzt und vorerst in eher kleinem Rahmen angefangen ─ initiale Absicht war ein klassisches Kundenportal, in welches wir im ersten Schritt zwei bis drei Basisservices integrieren wollten. Zu den ersten Zielen hat gezählt, die Strom- und Traffic-Messdaten übersichtlich und transparent für unsere Kunden zugänglich zu machen. Eine DNS-Verwaltung, ein Management-Modul für unsere Storage- sowie Online-Backup-Lösung haben die erste Version abgerundet.

Das Ganze hat sich zügig entwickelt und trotz einer gewissen anfänglichen Skepsis war das Feedback durchwegs positiv. Eine gewisse Eigendynamik ist entstanden und aus dem Ganzen ist sehr schnell deutlich mehr geworden. Wir hatten Blut geleckt.

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In den folgenden Monaten haben wir uns auf die Plattform selbst konzentriert. Viele tragende Elemente wie ein zentrales Event-System, ein umfangreiches, übergeordnetes Dashboard-/Widget-System, ein integriertes Queue-/Worker-System etc. sind zu dieser Zeit entstanden. Weitere Module wie z.B. ein Domain- und SSL-Bestellsystem sind hinzugekommen. Parallel haben wir viel Anstrengung in ein rundum erneuertes Design gesteckt. Nachdem das Ganze nur noch bedingt an die initiale Version erinnert hat, haben wir uns dazu entschieden, den Relaunch unter einem anderen Namen durchzuführen.

Der zweite Streich – Anexia Engine

Im April 2016 war es dann soweit: die Anexia Engine war geboren. Während auf Version 1 nur einige wenige Zugriff hatten, haben wir Version 2 für einen wesentlich größeren Nutzerkreis geöffnet. Das Interesse ist groß gewesen und die ersten Services wurden bald vollautomatisiert provisioniert. Neben unseren Kunden greift auch unsere hausinterne IT zunehmend auf die Anexia Engine zurück. Seit diesem Zeitpunkt wird ein großer Teil unserer Services über die Engine verwaltet.

Aus dem anfänglichen Traum ist allmählich Wirklichkeit geworden, aus einem überschaubaren Kundenportal eine umfangreiche Management-Plattform und aus dem anfangs kleinen Entwickler-Team eine eigene Abteilung. Unser Konzept ist angenommen worden – wir waren auf Kurs.

Rolling Releases

Aber das ist natürlich kein Grund, sich auszuruhen ─ ganz im Gegenteil. Aufgrund der modularen Struktur und des isolierten Engine Cores ist es stets möglich, Updates in geringen Intervallen zu veröffentlichen. Hinter der Anexia Engine steht inzwischen ein gut aufeinander abgestimmtes Team und standardisierte Prozesse. So vergeht kaum eine Woche ohne Release.

Das Nutzer-Feedback nehmen wir stets ernst und versuchen zeitnah Taten folgen zu lassen. In Kombination mit zahlreichen eigene Ideen und ständiger Marktbeobachtung wird mit der Zeit bestehende Funktionalität nicht nur optimiert, sondern auch laufend ausgebaut. Aktuell zählen wir bereits über 20 Module, die verschiedenste IT-Bereiche abdecken. Bei vielen dieser Module arbeiten wir (Platform Solutions) sehr eng mit anderen Abteilungen zusammen, insbesondere mit Research & Development und Systems Operations, welche oft das Basisprodukt bereitstellen.


Kurzer Überblick über die Services

Der Vorteil für die Anwender liegt klar auf der Hand: kein System-Wildwuchs. Hier hat man alles sauber aus einer Hand und in bereits gewohnter Umgebung. Hier ein paar Beispiele für modular bereitgestellte Lösungen, die ein grobes Bild über Art und Umfang der Anexia Engine vermitteln:engine-v2-raw2

 

DNS

Klassische DNS-Verwaltung, seit Kurzem als rundum erneuerte Lösung “CloudDNS”: beinhaltet neben GeoDNS, DNSSEC und einer öffentlichen API viele weitere Optimierungen.

Domains

Umfangreiche Domain-Verwaltung mit Fokus auf größere Domainbestände: über 800 verschiedene TLDs und Bulk-Processing (Massenverarbeitung von Domain-Registrierungen/-Transfers und anderer Operationen). Dabei arbeiten die entsprechenden Microservices im Hintergrund mit diversen Registries/APIs, während für die Anwender alles nach dem gleichen Schema abläuft.

E-Mail

Verwaltung klassischer POP3/IMAP-Mailserver: Postfächer, Weiterleitungen etc.

Hosted Exchange

Verwaltungsmodul für unser „Hosted Exchange“-Produkt: Verwaltung von Postfächern, Verteilergruppen, Kontakten etc.

Monitoring

Monitoring beinhaltet die drei Module „Traffic“, „Power“ und „Data Lines“. Detaillierte und transparente Aufschlüsselung des Verbrauchs, Statistiken, Graphen. Ebenfalls enthalten: API/CSV-Download, so dass die Daten auch in Drittsystemen ausgewertet werden können.

SMS Gateway

Schnittstelle für (massenhaften) SMS-Versand: Übersicht und Statistiken über versendete SMS, frei wählbarer Absender sowie weitere Konfigurationsmöglichkeiten.

SSL

Über 100 verschiedenen SSL-Zertifikate von fünf unterschiedlichen Anbietern, sowie Reminder- und Auto-Renew-Funktion.

Storage

Verwaltungsmodule für unsere Produkte CloudStore und DataVault; Verwaltung beliebig vieler Instanzen.

Virtuelle Server

Übersicht über alle bei Anexia gehosteten virtuellen Server: Echtzeit-Status, Metrics, Konsole (Zugriff auf virtuelle Server via Engine), Starten, Herunterfahren und Neustarten von virtuellen Servern.

VOIP-Telefonie

Verwaltung von Telefonanlagen: Telefonnummern, Durchwahlen, Benutzer, Gruppen, (temporäre) Weiterleitungen, Verbindungsübersicht etc.


Roadmap

Was wir in den nächsten Monaten passieren?

Bereitstellung neuer Virtueller Server

In den letzten Monaten haben wir uns damit beschäftigt, das Erstellen neuer virtueller Server via Engine zu ermöglichen. Dieses Modul ist bereits in der finalen Phase und wird bald online gehen. Es soll unser umfangreiches Serviceangebot rund um virtuelle Server vervollständigen. Auch wird es möglich sein, nachträglich Dimensionierungen vorzunehmen (z.B. vorübergehend mehr Ressourcen um Spitzenlasten abzudecken). Konfigurationsmöglichkeiten rund um Festplatten, Netzwerke und diverse Optionen (wie z.B. nach dem Neustart ins BIOS einsteigen) sind ebenfalls enthalten.

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Big Data Processing

Eine äußerst spannende Thematik, mit der wir uns seit Längerem auseinandersetzen ist das Big Data Processing. Mit CloudLog werden wir in naher Zukunft unsere erste konkrete Lösung in diesem Bereich vorstellen. Mit CloudLog können immense Mengen an Logdaten effizient ausgewertet und in Echtzeit verarbeitet werden. CloudLog beinhaltet entsprechende Bordmittel für Datenmodellierung, (Echtzeit-)Auswertungen, Visualisierungen und Alarme/Benachrichtigungen. Mittels Schnittstelle ist es auch möglich die Daten in ein beliebiges Drittsystem zu übertragen – dies betrifft sowohl die Rohdaten für einen bestimmten Zeitraum, als auch vorab aggregierte Daten.

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CloudLog enthält bereits Definitionen für zahlreiche Standard-Logformate – angefangen bei systemnahen Lösungen wie Syslog oder Windows Event System, diverse Anwendungen (Apache, NGINX, IIS, …), Firewalls (BlueCoat, FortiGate, …) und diverse andere Geräte (IoT). Definitionen für individuelle bzw. nicht enthaltene Log-Formate können bequem über eine Weboberfläche hinzugefügt werden. Für alle enthaltenen Datenmodelle gibt es vorgefertigte Visualisierungen (nach dem Vorbild von „ELK Apps“).

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Alle, die bereits mit Kibana gearbeitet haben und sich nicht umgewöhnen wollen bzw. vorhandene Templates weiternutzen wollen, können dies tun: Kibana ist als alternatives Visualisierungswerkzeug enthalten und kann direkt aus der Engine heraus genutzt werden.

skalierbarkeit

Für alle, die Blut geleckt haben, haben wir:

Der nächste Artikel wird sich mit dem Thema „Domainmanagement mit der Anexia Engine“ beschäftigen

Wer mehr über die Anexia Engine erfahren möchte, erreicht uns hier:

Und wer selbst mitmachen will: Anexia braucht immer fähige ITler mit brennenden Herzen. Hier geht’s zu den offenen Stellen:


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