ANEXIA Development and Managed Hosting
JUL
19
2017

Manuel Alberer: Was der System Admin vom Sozialpädagogen lernen kann

Geschrieben am 19. Juli 2017 von Lucia Schöpfer

Manuel ist Senior Linux System Administrator bei Anexia und kümmert sich hier um komplexe Kundensysteme und interne Projekte. Aber Manuel ist mehr: Vor seiner Anstellung bei Anexia hat er fünf Jahre lang als Betreuer in einer WG für Jugendliche gearbeitet.

Ich habe das Multitalent zum #joinourrevolution-Interview getroffen, und nachgefragt, was der Sys-Admin vom Sozialarbeiter lernen kann.
 
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Wer bist du und was machst du bei der Anexia?
Also ich bin der Manuel Alberer und ich bin 33 Jahre alt und arbeite als System Administrator bei Anexia.
 
Was macht man als System Administrator den ganzen Tag?
Wenn man so will, kann man unsere Arbeit in zwei Aufgabenbereiche einteilen. Zum einen machen wir Monitoring. Das gesamte Team ist zuständig, alle Kundenserver zu überwachen. Das bedeutet: wenn eine Benachrichtigung kommt, schauen wir nach. Sofern möglich, beheben wir das Problem am Kundensystem sofort und informieren den Kunden. Bei weniger dringenden Meldungen informieren wir zwar auch sofort, klären aber die Lösung in Abstimmung mit dem Kunden.
Das zweite Aufgabengebiet sind Kundentickets. Da bin ich vor allem bei der Provisionierung von Kunden involviert, also dem Bereitstellen von Infrastruktur. Ich schaue dann zusammen mit den Kollegen von Network Operations, dass das Netzwerk passt und richte die ganzen VMs (Virtual Maschines, Anm. der Red.) ein, die Services, die Datenbanken und so weiter. Wenn alles fertig ist, wird das System dem Kunden übergeben.
 
Wie bist du zur Anexia gekommen?
Zur Anexia gekommen bin ich über einen Kollegen, den ich kenne seit ich 12 Jahre alt bin: Diddy und ich kommen aus Nachbarorten und wir sind zusammen aufgewachsen. Er hat mich schon öfter gefragt, ob ich nicht zur Anexia kommen möchte und irgendwann hatte er mich zu einem Mittagessen eingeladen. Da war auch Alex (Head of System Operations Alexander Griesser, Anm. der Red.) dabei und es ging dann zack zack. Zwei Tage später hatte ich eine Zusage und habe angefangen.
 
Du musstest also keine Bewerbung schreiben?
Ich habe die Bewerbung nachgeschickt. Und ja, ich habe auch den Code in der Bewerbung geknackt. Das war nicht ganz so leicht, aber ich hab’s hinbekommen.
 
Der Kollege hat ja einiges an Überzeugungsarbeit leisten müssen, um dich für die Anexia zu gewinnen. Was hast du davor gemacht?
(lacht). Ja, was Anderes. Ich habe fünf Jahre lang als Sozialpädagoge in einer Jugend-WG gearbeitet. Dort haben über 10 Jugendliche zwischen 12 und 21 gelebt, Jungs und Mädels. Aber eigentlich bin ich da eher zufällig gelandet.
 
Das musst du mir jetzt erklären.
Vor einigen Jahren habe ich angefangen, an der Uni Klagenfurt berufsbegleitend Informatik zu studieren. Meine freien Wahlfächer habe ich alle in der Psychologie belegt. Das hat mir so gut gefallen, dass ich mich auch noch für Psychologie inskribiert habe. Für das Studium braucht man aber ein Praktikum, das hätte sich bei mir überschnitten mit der Arbeit als IT Consultant bei meinem ehemaligen Arbeitgeber, einem großen Softwareunternehmen. Weil es mir da aber eh nicht mehr so getaugt hat, habe ich gekündigt und habe das Praktikum bei der Diakonie gemacht. Aus dem Praktikum ist ein Vollzeitjob geworden und ich habe fünf Jahre in der WG gearbeitet.
 
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Der soziale Bereich ist tatsächlich was ganz anderes als IT Consulting. Haben die Bereiche Informatik und Psychologie Parallelen in deinen Augen?
Naja, es ist schon ein ganz anderer Bereich, und das Arbeiten ist ein ganz anderes. Aber ich hab schon beim Studium gemerkt, dass es total viel bringt, wenn du einfach eine komplett andere Richtung studierst. So bekommst du einen komplett anderen Zugang zu allem: Die Arbeiten werden anders geschrieben, die Aufgaben werden anders gestellt, Gruppenarbeiten laufen total anders ab.
Fertig habe ich übrigens keins der beiden Studien studiert. (lacht)
 
Das scheint so ein Anexia-Ding zu sein: Auch Admir und Joachim haben erzählt, dass sie nicht fertig studiert haben.
Ich hatte nie das Bedürfnis, in Informatik fertig zu werden. In der IT Branche ist der Abschluss oft nicht so wichtig. Bei meiner Zusage bei Anexia wusste mein Chef nicht, welchen Abschluss ich habe. Das war ihm egal.
 
Aber wo hast du dann dein technisches Wissen her?
Das ist hauptsächlich privates Interesse gewesen. Ich habe mit sechs Jahren meinen ersten PC bekommen und auf den habe ich mich gleich gestürzt. Schule war dann leider nicht so meins. Es gab Fächer, die ich mochte, die meisten anderen Fächer konnten mich aber nicht so begeistern.  Dementsprechend super waren auch die Noten. Ich habe dann eine Informatik-Lehre gemacht. Ich war im ersten Jahrgang, als dieser Beruf in Österreich eingeführt wurde und wir hatten noch keinen Lehrplan und nichts. Nach der Lehre habe ich angefangen, bei meinem Ausbildungsunternehmen zu arbeiten. Ich war dort zehn Jahre lang tätig: erst als System Admin, dann in der Datenbank Administration und zum Schluss im Consulting.
 
Wo passen da noch zwei Studiengänge rein?
Die Matura habe ich in der Abendschule nachgemacht und ja, auch das Studium war berufsbegleitend.
 
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Was hat dich nach 10 Jahren dazu bewogen, in den sozialen Bereich zu wechseln?
Zum Ende war ich sehr viel im Consulting Bereich. Das Reisen war super, das hat mir gefallen. Aber nach drei Jahren ist alles sehr routiniert geworden. Eigentlich mag ich es gerne, Probleme zu lösen, so wie das jetzt bei Anexia meine Aufgabe ist. Was ich nicht gerne mache, ist ‘Papier zu produzieren’, wie ich das nenne. Und im Consulting gab es eben Wochen, da war ich nur beim Kunden, in Meetings oder habe Dokumente geschrieben. Das ist nicht meins, und ich habe gekündigt.
 
Du scheinst sehr in den Tag hinein zu leben.
Solange die Arbeit interessant ist, mache ich sie. Damals habe ich gekündigt, weil ich in dem Praktikum eine neue, spannende Aufgabe gesehen habe. Und auch bei meinem Wechsel zurück in die IT und zur Anexia war ich mir sicher, es gibt hier spannende neue Aufgaben.
 
Und dabei ist auch der Verdienst für System Administratoren sicher besser als für Sozialpädagogen. Wie war deine Erfahrung?
Ja, leider. Dabei gehört das getauscht, wenn du mich fragst. Im sozialen Bereich arbeitest du den ganzen Tag mit Menschen. Wenn dir dort ein Fehler passiert, hat das schwere Konsequenzen. Man lernt da wirklich, mit stressigen Situationen umzugehen. Ich habe zum Beispiel gemerkt, dass ich eine gewisse Ruhe entwickelt habe. Wenn bei uns ein Server nicht erreichbar ist, kann ich das ruhig angehen und so auch konzentrierter. Das hat sicher mit meiner Erfahrung aus dem Sozialbereich zu tun und dem Umgang mit stressigen Situationen, den ich dort gelernt habe.
 

Durch meine Erfahrungen aus dem Sozialbereich habe ich den Umgang mit stressigen Situationen gelernt, ich habe eine gewisse Ruhe entwickelt.

 
Du hast Informatik gelernt und studiert. Aber war für dich schon immer klar, dass du in Richtung System Administration gehen willst? Wann hast du diese Entscheidung getroffen?
Ich bin in den Bereich über die Lehre hineingerutscht. Ich bin dort durch zwei oder drei Abteilungen gegangen und irgendwann war ich im Datenbankteam. Das hat mir gefallen. Was ich nie machen wollte, war programmieren und testen. Da habe ich gleich nein gesagt. Ich programmiere zwar jetzt für meine Sachen Kleinigkeiten, aber den ganzen Tag nichts anderes machen, das könnte ich nicht.
 
Und was gefällt dir an deinem Beruf als System Administrator?
Das Gute ist, dass die Aufgabengebiete komplett anders sein können. Was ich jetzt beim Hosting-Anbieter Anexia mache, ist etwas ganz Anderes als beim Softwareunternehmen, wo ich davor war . So ist ein Tapetenwechsel leicht möglich.
Ich mag es, als Sys-Admin Probleme zu lösen. Hier sieht jedes Problem anders aus, weil wir viele Kunden mit immer individuellen Lösungen betreuen. Dadurch, dass wir so viele verschiedene Systeme und so viele verschiedene Aufbauten haben, gibt es ganz selten Probleme, die sich wiederholen. Und so bleibt es immer spannend und es wird nie fad.
 

Ich mag es, als Sys-Admin Probleme zu lösen.

 
So ist also jeder Tag anders als der andere. Was ist dir sonst wichtig bei der Arbeit?
Es gefällt mir gut, dass wir noch stark im Wachstum sind und daher noch nicht alles so eingefahren ist. Das ändert sich langsam und ich finde es sehr interessant beim Aufbau von Strukturen und Prozessen dabei zu sein.
Außerdem ist bei uns die Arbeitskultur recht locker, das ist total fein. Es gibt keine Schuldzuweisung oder so etwas. Es passieren Fehler, aber dann setzen wir uns hin und reparieren es wieder. Es gibt kein großes Drama.
 
Arbeitet man als System Administrator im Team?
Wir arbeiten mit anderen Abteilungen zusammen. Die Kollegen aus dem Netzwerk-Team sind eh immer involviert. Aber dass wir zu zweit an etwas arbeiten, kommt nur im Notfall vor und ist selten notwendig. Sonst schaut jeder, dass er seine Sachen macht. Aber es funktioniert auch, dass man Projekte übergibt. Ich komme zum Beispiel immer recht spät ins Büro, ein anderer Kollege geht dafür früher. Oft übernehme ich dann offene Sachen und arbeite weiter daran. Und andersrum ist es so, dass er von mir Sachen fertig macht, zu denen ich abends nicht mehr komme. Das funktioniert, ohne dass wir uns groß absprechen müssen. Also auch, wenn wir nicht wirklich zusammen arbeiten, funktioniert das Team exzellent bei uns.
 
Was ist deine Lieblingsaufgabe?
Ich arbeite total gerne an internen Projekten, auch wenn dafür oft die Zeit fehlt. Durch das starke Wachstum der Firma ist eine Weiterentwicklung der internen Systeme notwendig. Die müssen auch mitwachsen. Aber wie in jeder IT-Firma, ist dafür nicht immer Zeit. Bei uns kommen Kundenprojekte immer zuerst und dann erst die internen Sachen. Also: es gibt immer noch genug Arbeit für neue System Admins bei Anexia. (lacht)
 
Du meintest vorhin, du kommst immer recht spät. Bist du eine Nachteule und was machst du so nach Dienstschluss?
Ja, ich bin eine Nachteule und definitiv kein Frühaufsteher. (lacht) Bei meiner alten Arbeit als Sozialpädagoge habe ich es genossen, dass die Schicht immer erst um 12 Uhr angefangen hat. Und klar finde ich daher die Gleitzeit bei Anexia auch super!
Ja, was mache ich nach Dienstschluss? Jetzt im Sommer fahre ich oft, wenn ich aus der Firma rauskomme, noch kurz auf einen Sprung zum Abkühlen an den See. Ich fahre eh gern mit dem Rad, aber eher auf gemütlich. Und ab und zu gehe ich auch zum Klettern: was man halt so ausnutzt, wenn man in Kärnten wohnt.
 
Weggehen aus Kärnten was nie eine Option für dich?
Weggehen habe ich mir immer wieder überlegt, aber irgendwie bin ich dann doch hier hängen geblieben. Die Jobangebote, die ich bekommen habe, waren dann doch meistens in Wien, und da wollte ich auf gar keinen Fall hin. Großstadt ist gar nichts für mich.
 
Vielleicht reden wir noch einmal drüber: Wenn jemand das Interview liest und nun auch gerne System-Administrator werden möchte: Welchen Weg schlägst du vor?
Vor allem braucht man das Interesse für Technik. Idealerweise liest man immer wieder nebenbei Technik Blogs und bleibt so up-to-date. Als Sys-Admin brauchst du weder eine Ausbildung noch ein Studium. Wenn das Interesse da ist, läuft es von ganz alleine. Es ist ein learning by doing.  Wenn du also gerne vorm PC sitzt und rumdoktert, dann ist das eine sehr gute Voraussetzung. Und wir können jeden Mann und auch jede Frau gebrauchen hier im siebten Stock bei Anexia!
 
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Wenn du Manuels Aufforderung folgen willst: wir freuen uns herzlich über jede Bewerbung zum System Administratorin bei Anexia:
 


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