Organisationskultur bei Hyperloop

Das Fifteen Seconds Festival wirkt nach. Wir strotzen vor Innovations- und Tatendrang. Und wir wollen anstecken. Deshalb teilen wir unsere Insights aus zwei Tagen Festival. Im Blogpost mit Shazam-Gründer Philip Inghelbrecht haben wir über die technischen Rahmenbedingungen gesprochen, die es braucht, um ein Unternehmen mit Innovationskraft zum Erfolg führen zu lassen. Diese Woche kommt der nächste Input. Am Fifteen Seconds Festival in Graz hat Kollegin Silja Andrej die Chance zum Gespräch mit Bibop Gresta gehabt, dem Vice-CEO und COO von Hyperloop Transportations, eines der innovativsten Unternehmen der Welt.

Wir haben bei Bibop Gresta nachgefragt, welche Organisationsstruktur es braucht um ein modernes Unternehmen zu führen und wie man es schafft, Innovationsgeist, Globalisierung und prozessorientiertes Arbeiten unter einen Hut zu bringen. Auf folgende Punkte hat der fesche Italiener verwiesen, der schon mit 15 Jahren Software Development Director eines IT-Unternehmens war und zwischendurch auch eine Karriere als Sänger hingelegt hat:

 

1| Modernes Kommunikationstool für internationale Zusammenarbeit

Ein Unternehmen, das wie Hyperloop über mehrere Länder und Zeitzonen verstreut ist, braucht mehr als Email und Telefon als internes Kommunikationstool. Es soll übersichtlich und einfach sein, als Communications- wie auch Content-Hub dienen und Schnittstellen liefern. Bibop Gresta vertraut mit Hyperloop auf Facebook at Work – ein Tool, das noch nicht auf dem Markt ist, und mit dem Hyperloop kooperiert:

„Wir benutzen ein Tool um unsere Kommunikation zu koordinieren: Facebook at Work. Es ist einfach ein tolles Tool. Das ist alles. Ich kann um die ganze Welt reisen und meine Firma managen – nur mit meinem Telefon. Ich bin immer nur einen Klick weit weg um zu sehen, wer gerade was macht. Ich kann jede einzelne Gruppe monitoren. Wenn etwas Neues passiert, kann ich das sehen. Das ist wirklich cool.“

Auf welches Tool die Entscheidung auch fällt: Moderne Unternehmensstrukturen verlangen nach simplen, übersichtlichen Tools, die Integrationsmöglichkeiten bieten und mobil einwandfrei laufen. Zum Glück ist der Markt groß.

Hier eine kleine Liste:

Slack

Skype

Bitrix24



2| Agile Organisationsstruktur mit Scrum

Es ist kein Geheimnis: Wer durch Innovationskraft sein Unternehmen voranbringen will, muss sich von starren Strukturen und steilen Hierarchien verabschieden. Sie lassen nur wenig Platz für Innovationen und Schubkraft von unten. Nur wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Platz finden für Ideen und Meinungen, können diese auch genutzt werden. Agile Organisationsstrukturen zeichnen sich durch selbstorganisierte Teams, hohe Eigenverantwortung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, viel Vertrauen und wenig Kontrolle, kontinuierliche Weiterentwicklung und stetes Lernen aus. Um solche Strukturen aufzubauen, wird bei vielen Unternehmen, so auch bei der Anexia, mit der Projektmanagement Methode Scrum gearbeitet. Bibop Gresta gewährt uns Einblicke, wie das tägliche Arbeiten bei Hyperloop mit Scrum organisiert wird:

„Wir sind in Teams von sieben Personen +/- zwei organisiert, die sich um Aufgaben gruppieren. Wir haben keine klassische Pyramide. Die Aufgaben werden den passenden Personen zugeteilt. Die vereinen sich dann um die Aufgabe und entscheiden, wer der Leiter sein wird. Und dann gibt es noch einen allgemeinen Projektmanager, der grundsätzlich definiert, welche Aufgaben anfallen. Ein Team bleibt immer für einen Scrum Sprint zusammen, der zumeist fünf Wochen dauert. Das kommt auf die Aufgabe an. Alles, was in einem Sprint erreicht werden kann, kommt rein, alles andere bleibt draußen und wird zu einem anderen Task.“

Wusstest du? Der Name Scrum kommt aus dem Rugby-Sport: Die beiden Vordenker der Projektmanagement Methode Ikujiro Nonaka und Hirotaka Takeuchi wollten damit die Bedeutung von Teams in den Vordergrund stellen und Analogien zwischen der Sportwelt und der Entwicklung eines neuen Produkts darstellen.



3|Kreativität am Arbeitsplatz

Wie im Punkt zwei angeschnitten, braucht es Platz für Kreativität am Arbeitsplatz, um Innovationskraft zu fördern und daraus Wert zu schöpfen. Das erinnert Bibop Gresta, der als Sänger erfolgreich war, an das Konzept von Renaissance-Wissenschaftlern wie Michel Angelo:

“Im 15. Jahrhundert war jeder Wissenschaftler auch Künstler. Sie waren Maler oder Dichter. Wissenschaft und Kunst waren das Gleiche. Aber es gab ein Problem: Die Kunst wurde von der Kirche finanziert und als die Wissenschaftler angefangen haben, die Wahrheit herauszufinden und naja, dass die Kirche ganz schön lügt, dann hat es da einen Bruch zwischen Wissenschaft und Kunst gegeben. Der Künstler sagte etwas anderes als der Wissenschaftler und die beiden haben sich getrennt. Das ist schade. Wir müssen zu diesem echten Wesen der Wissenschaft wieder zurück. Und das ist die Kunst. Ich glaube, ich lebe das. Ich bin ein Renaissance Mensch.“

Bibop Grestas Idee mag ungewohnt klingen. Sie beinhaltet aber Wahres, auch wenn nicht jeder von uns ein guter Sänger sein muss: Was sind Kreativität und Kunst anderes denn Innovation, der Erfolgsfaktor des 21. Jahrhunderts?



4 | Keine Scheu vor dem Abenteuer

„Ich glaube, wir helfen hier bei einer gigantischen Revolution“, meint Bibop Gresta zum aktuellen Bau der ersten Hyperloop Teststrecken. Und tatsächlich: Erst vor drei Jahren ist Mastermind des Unternehmens Elon Musk mit der Idee an die Öffentlichkeit getreten. Seien wir ehrlich: Nur die kühnsten Köpfe haben geglaubt, dass die Technologie so schnell so ausgereift sein wird, dass 2016 die ersten Teststrecken gebaut werden können. Elon Musk, Bibop Gresta und ihr Team beweisen, dass das Unmögliche wahr werden kann. Das kostet viel Mut. Hut ab!



5| Aus dem Vollen schöpfen

Zugang zum globalen Wissenspool 2016: ein Datennetz umspannt die Welt, Kommunikationstools sind simpel zu bedienen und beinahe flächendeckend im Einsatz. Algorithmen ermöglichen es, durch Suchoptionen den Informationsfluss zu filtern. Das ist unser aktuelles Modell, um auf das globale Wissen zuzugreifen. So einfach und selbstverständlich das klingen mag, liegt in der Kommunikation die Quintessenz des Erfolgs:

“Wir haben die tolle Chance, dem Start des ersten Hyperloops als Realityshow zu folgen. Und das ist gut, weil Leute so an der Umsetzung teilhaben können. Diese Möglichkeiten gab es früher nicht. Heutzutage können wir die besten Köpfe der Welt zusammenbringen und allen zuhören. Jeder hat Ideen, und die sind wertvoll. Manchmal würdest du nicht erwarten, wo es den besten Hinweis zur Lösung eines Problems gibt. Deshalb verwenden wir einen offenen und kooperativen Ansatz. Wenn wir Dinge verwenden, die es schon gibt, können wir schneller und billiger entwickeln.“

Wer Bibop Gresta zuhört, könnte fast glauben, dass es nicht viel braucht, um ein Projekt wie den Hyperloop umzusetzen. Natürlich braucht es jedoch viel Arbeit, Engagement und vor allem Leidenschaft dazu. Danke für den Input, wir freuen uns, die Ideen im Unternehmen sprießen zu lassen.